MRI Max-Reger-Institut - Elsa-Reger-Stiftung

Max Reger Chronologie | 1912

Dezember 1911 / 1912 (Meiningen)
Der tägliche Umgang mit der traditionsreichen Hofkapelle lässt Reger Orchesterwerke unterschiedlichster Stilrichtungen schaffen, als variiere er die Alternativen zur Sinfonie und lote die klanglichen Möglichkeiten des Instrumentalkörpers aus. Die sperrig-massive Instrumentation früherer Werke lichtet sich, er schafft Partituren, in denen jede Note auf Klang berechnet ist. Seinem neuen Dienstherrn Herzog Georg huldigt er mit dem Konzert im alten Stil, in dem er die höfische alte Form des Barockkonzerts wiederbelebt. In der Romantischen Suite wie auch in der Böcklin-Suite des Folgejahres dagegen erprobt er sinfonische Werke von impressionistischem Klangreiz auf aussermusikalischer Grundlage.
Max Reger, 1912 Durch minutiöse Vorbereitung bringt er die eigenen, aber auch die Werke der Tradition zu vollendeter Wiedergabe; dabei bilden die Sinfonien von Brahms einen Schwerpunkt seines Repertoires, an denen er zur Empörung der eingeschworenen Brahmsanhänger, allen voran Fritz Steinbachs, eigenmächtige Retuschen vornimmt. Im November setzt Karlsruhe die Reihe der Regerfeste fort; Reger trägt dabei mit der Hofkapelle einen Sieg auf ganzer Linie als Komponist und Dirigent davon. Zunehmend beansprucht durch seine rastlose Konzert- und Lehrtätigkeit kann Reger in den folgenden Jahren im wesentlichen nur noch in den Sommermonaten komponieren.

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